Werkhaus Oberfeld

Nach Jahre langer Planung und anderthalbjähriger denkmalgerechter Sanierung hat die Stiftung Hofgut Oberfeld am 23. Juni 2023 die Schlüssel an die sozialtherapeutischen Einrichtungen Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) und den Verein Heydenmühle übergeben. Schon während des Festakts mit Ansprachen, Livemusik und anschließendem gemeinsamen Essen wurde spürbar, dass hier eine Vision Wirklichkeit wird: Das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in der Mitte der Gesellschaft.

Rund 150 Gäste waren gekommen, um mit Stiftung, Hofgemeinschaft und den künftigen Betreiber*innen des Werkhauses zu feiern. Unter den Feiernden befanden sich neben Förderer*innen, Wegbegleiter*innen und den Bewohner*innen von Heydenmühle und Haus Lebensweg auch zahlreiche Akteur*innen der Darmstädter Stadtgesellschaft. Bürgermeisterin Barbara Akdeniz, die anlässlich ihres Geburtstags mit einem Ständchen begrüßt wurde, sprach ein Grußwort, in dem sie die Bedeutung des Ortes für die soziale Integration unterstrich. Die Vorstände von Nieder-Ramstädter Diakonie und Heydenmühle umrissen ihr Konzept für den neuen Arbeitsort. Großen Andrang gab es auch bei den Rundgängen gemeinsam mit dem ausführenden Architekten André Frank durch die hellen, liebevoll sanierten Räume, in denen bewusst bauliche Zeitschichten bewahrt worden sind. Wer zu dem denkmalpflegerischen Ansatz Fragen hatte, konnte sich an den Leiter der Darmstädter Denkmalschutzbehörde, Olaf Köhler, sowie des Bezirkskonservator des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege, Frank Aulbach, wenden, die das Projekt intensiv begleitet haben.

Von der Vision zur Wirklichkeit

Von Anfang an gehört es zum Ziel unserer Stiftung, auf dem Hofgut einen Ort zu schaffen, an dem Menschen mit und ohne Behinderung leben und arbeiten. Wohnraum für Menschen mit Behinderung gibt es bereits seit der Eröffnung von Haus Lebensweg im Jahr 2012, einige der Bewohner*innen arbeiten schon länger im Hofladen und sozialversicherungspflichtig angestellt am Lernort Bauernhof.

Mit dem Werkhaus geht das Hofgut jetzt den nächsten großen Schritt: In dem historischen Gebäude entstehen unter der Regie von NRD und Heydenmühle nach und nach zwölf Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Im hinteren Bereich befinden sich die Produktionsstätten und der Aufenthaltsbereich. Im vorderen Teil mit Blick auf den Anger wurde ein Verkaufsraum eingerichtet. Hier werden u. a. die Produkte angeboten, die im Werkstattbereich hergestellt werden.

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung – neu gedacht

Geplant ist keine Werkstatt im herkömmlichen Sinne, sondern die Produktpalette und die Produktionsabläufe sollen experimentell weiterentwickelt und an Ort und Umfeld angepasst werden. Angestrebt wird eine Öffnung der Arbeits- und Beschäftigungsstrukturen gegenüber den anderen Akteur*innen und Institutionen der Umgebung, um Schritt für Schritt einen inklusiven Prozess einzuleiten.
Innerhalb der Werkstatt wird großen Wert auf die Selbstständigkeit der Beschäftigten gelegt. Sie sollen in Organisation und Entscheidungen eingebunden werden, um sie näher an und auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Mehr dazu auf der Website der Nieder-Ramstädter Diakonie.

Die offizielle Eröffnung des Werkhauses fand am Sonntag, dem 24. September, statt, am 25. September hat es seinen Betrieb aufgenommen. Wir sind gespannt auf das, was sich hier entwickelt, und heißen die neuen Mitstreiter*innen auf dem Hofgut ganz herzlich willkommen!

Danksagung
Inklusion geht nur gemeinsam: Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Menschen, Institutionen und Unternehmen, die uns bei der Realisierung dieses Projekts ideell, tatkräftig und/oder finanziell unterstützt haben. Besonders hervorheben möchten wir an dieser Stelle die Software-AG Stiftung, die Stiftung Wohnhilfe, das Landesamt für Denkmalpflege, die Brackelsberg Stiftung, die Entega-Stiftung und Projekt Lebensweg e.V.

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